bin ich heute Morgen um 4 Uhr gut und wohlbehalten in Haßfelden angekommen, nach einer langen und teilweise abeteuerlicheren Heimfahrt wie gedacht. Meine Eltern holten mich vom Busbahnhof in Nürnberg ab, worüber ich sehr froh war und ich freue mich wieder daheim zu sein :-)
Von Istanbul nahmen wir den Zug nach Budapest mit einem Umstieg in Belgrad.... Dachten wir! Denn in Sophia (Bulgarien) eröffnete der Schaffner uns, dass der Zug hier nicht weiterfährt und wir 10 Stunden auf die nächste Verbindung warten müssen. Das sei schon seit 2 Monaten an allen Werktagen der Fall und schon wurden wir auch mit dem Wagon ins Werk abtransportiert. Nach 4 Stunden erfolglosem Suchen nach Hilfe und Auskunft bei der bulgarischen Bahn, wo sich niemand für irgendwas verantwortlich fühlt, nicht bereit ist in irgendeinerweise weiterzuhelfen und die Bahnangestellten äußerst unfreundlich waren, haben wir es immerhin geschafft den für Freitag gebuchten Bus in Budapest, der uns von Ungarn nach Deutschland fahren sollte, umzubuchen. Nach noch weiteren schockierenden Erlebnissen mit der bulgarischen Bahn bzw. seinen Angestellten klappte dann Gott sei der der Rest der Reise sehr gut. So bin ich jetzt eben einen Tag später in Deutschland als geplant, habe dafür aber Budapest einen Blitzbesuch abgestattet, was letztendlich auch sehr schön war.
Es sei jedem auf jeden Fall vor der Bahn zwischen der Türkei und Bulgarien gewarnt!!! Nachfragen bei der Bahn in Istanbul im Voraus bringt nichts, denn das haben wir bei drei verschiedenen Personen, die uns alle versicherten, dass es auf der Strecke keine Probleme gäbe und auch mit einer größeren Verspätung nikeinesfalls zu rechnen sei. Das heißt, dass sie es entweder nicht wussten oder das eine linke Masche der türkischen Bahn ist. "Nichts genaues weiß man nicht" so zu sagen...
Also, ich freue mich schon, euch in deutschen Gefilden wiederzusehen und hoffe, euch geht es allen gut.
Wenn du magst, melde dich einfach bei mir, wenn ich es nicht schon zuerst tue ;-) Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen!
Liebe Grüße,
Uli
P.S. Für alle Tübinger: Um das nächste Wochenende (25.7.-27.7.) rum bin ich in der Gegend von Tübingen bzw. evtl. auch gegen Donnerstag schon oder Freitag direkt in Tübingen! Da ließe sich ja evtl. was machen... Was meinst du?
Sonntag, 20. Juli 2008
Samstag, 12. Juli 2008
NACHTRAG vom 27.6. 08: Viele Gruesse aus Lattakıa!
Eine Woche nun sind wir (Hanna und ich) schon aus der NEST ausgeflogen und in Syrien unterwegs. Heute vor einer Woche fuhren wir von Beirut nach Lattakia und fuhren von da aus weiter nach Kessab. Dort trafen wir Simon und Jadwiga (2 weitere deutsche NESTis dieses Jahres) die mit uns das Wochenende in Kessab verbrachten, uns aber leider dann schon am Montag verließen um die Türkei genauer zu erkunden. Um Kessab herum lässt es sich wunderbar wandern und direkt neben der Grenze zur Türkei im Mittelmeer baden.
Da Kessab wie eine syrische Halbinsel von der Türkei umgeben wird, muss man immer aufpassen, nicht aus Versehen illegal die Grenze zu überschreiten. Interessanterweise ist die türkische Hälfte vom Strand ein wunderschöner Sandstrand frei von jeglichem Müll und einsam und die syrische Hälfte dagegen steinig, voll mit Müll (gut dass es hier keine Ebbe und Flut gibt…) und bevölkert und dennoch ein wunderschönes Stück Erde. An diesem Punkt ist man aber doch sehr verrührt illegal schon einmal seinen Fuß auf türkisches Land zu setzen…
Wenn man so direkt an der Grenze zu der Türkei ist, wo die Landschaft an sich gleich ist, stechen einem sofort grundlegende Unterschiede ins Auge: Im Gegensatz zu Syrien scheint es in der Türkei nicht erlaubt zu sein, Häuser hinzubauen wo man will und somit die Landschaft zu verschandeln, sondern es scheint so was wie Ortschaftsbauplanung und Gesetze zu geben und es scheint auch nicht erlaubt zu sein zu bauen wie man will. Kessab hat sich in den letzten Jahren von einem netten Dorf mit alten Steinhäuschen mit maximal 2 Stockwerken zu einem ausweitendem Gebiet von Betonbauten oder gar Hochhäusern entwickeln ohne jegliche Rücksicht auf die Natur oder das dörfliche oder landschaftliche Erscheinungsbild. Da kann man nur „Haram“ (vergleichbar mit „Oh nein“ oder „was für eine Schande“) sagen… In der Türkei sind Ortschaften klar erkennbar: Man erkennt genau wo ein Dorf aufhört und wo das nächste anfängt, zwischendrin liegen entweder Wald oder ordentlich angelegte Ackerflächen.
Seit Mittwoch sind wir jetzt in Lattakia. Gestern haben wir genau in der Mittagshitze Ugarit, die Burg Salah ad-Din (Saladin) und Slunfeh erkundet. Ugarit ist eine Stadt, die sich bis ins 3. Jahrtausend VOR Chr. (!) zurückdatiert und wo auch die älteste Alphabetschrift gefunden wurde (so um die 1400 Jahre alt (Angabe ohne Gewähr)).
Die Burg Salah as-Din liegt wunderschön auf einem der bewaldeten Berge ein wenig gen Landesinnere Syriens wovon man eine sehr schöne Aussicht hat. Die Burg wie sie heute zu sehen ist wurde von den Kreuzrittern gegen Ende des 12. Jahrhunderts fertig gestellt.
Nach der Burg wo uns in der Mittagshitze der Schweiß nur so davon gelaufen ist, fuhren wir weiter nach Slunfeh. Von dem Bergrücken oberhalb von Slunfeh genossen wir die atemberaubende Aussicht auf das Orontes Tal, wozu die Bekaa Ebene im Libanon die Fortsetzung des „fruchtbaren Halbmondes“ (wie der ebene fruchtbare Landstrich genannt wird der sich bis nach Israel/Palästina erstreckt) darstellt. Krass, krass, krass kann man da nur sagen…
Sobald man vom Libanon die Grenze zu Syrien überschreitet, ist man wirklich in einem anderen Land. Durch das ganze Jahr hinweg haben wir immer mehr festgestellt, wie unterschiedlich die arabischen Länder sind und dass man da keinesfalls von DEM Mittleren Ostern oder von DEN Arabischen Ländern reden kann. Der Libanon ist sehr eigen unter „den“ arabischen Ländern, was sich aber nicht erst dieses Jahrhundert so entwickelt hat, sondern tief in der Geschichte verwurzelt ist. Syrien ist um sehr viel mehr orientalische rund ursprünglicher als der Libanon und scheint sich auch seiner eigenen -und wie es scheint:- einen Identität bewusst zu sein. Im Libanon hat man mehr den Eindruck, dass viel an „Westen“ einfach gewollt aufgesetzt ist, es viel zu viele Gruppen und Spaltungen gibt, die je ihre eigenen Identität hoch halten und aber dennoch je ganz bewusst „Libanesen“ sind und sein wollen.
So, dann entlasse ich euch mal wieder aus der Gedankenreise in den Nahen Osten und grüße euch ganz dolle aus Lattakia!
„Maa salame“
Uli
Da Kessab wie eine syrische Halbinsel von der Türkei umgeben wird, muss man immer aufpassen, nicht aus Versehen illegal die Grenze zu überschreiten. Interessanterweise ist die türkische Hälfte vom Strand ein wunderschöner Sandstrand frei von jeglichem Müll und einsam und die syrische Hälfte dagegen steinig, voll mit Müll (gut dass es hier keine Ebbe und Flut gibt…) und bevölkert und dennoch ein wunderschönes Stück Erde. An diesem Punkt ist man aber doch sehr verrührt illegal schon einmal seinen Fuß auf türkisches Land zu setzen…
Wenn man so direkt an der Grenze zu der Türkei ist, wo die Landschaft an sich gleich ist, stechen einem sofort grundlegende Unterschiede ins Auge: Im Gegensatz zu Syrien scheint es in der Türkei nicht erlaubt zu sein, Häuser hinzubauen wo man will und somit die Landschaft zu verschandeln, sondern es scheint so was wie Ortschaftsbauplanung und Gesetze zu geben und es scheint auch nicht erlaubt zu sein zu bauen wie man will. Kessab hat sich in den letzten Jahren von einem netten Dorf mit alten Steinhäuschen mit maximal 2 Stockwerken zu einem ausweitendem Gebiet von Betonbauten oder gar Hochhäusern entwickeln ohne jegliche Rücksicht auf die Natur oder das dörfliche oder landschaftliche Erscheinungsbild. Da kann man nur „Haram“ (vergleichbar mit „Oh nein“ oder „was für eine Schande“) sagen… In der Türkei sind Ortschaften klar erkennbar: Man erkennt genau wo ein Dorf aufhört und wo das nächste anfängt, zwischendrin liegen entweder Wald oder ordentlich angelegte Ackerflächen.
Seit Mittwoch sind wir jetzt in Lattakia. Gestern haben wir genau in der Mittagshitze Ugarit, die Burg Salah ad-Din (Saladin) und Slunfeh erkundet. Ugarit ist eine Stadt, die sich bis ins 3. Jahrtausend VOR Chr. (!) zurückdatiert und wo auch die älteste Alphabetschrift gefunden wurde (so um die 1400 Jahre alt (Angabe ohne Gewähr)).
Die Burg Salah as-Din liegt wunderschön auf einem der bewaldeten Berge ein wenig gen Landesinnere Syriens wovon man eine sehr schöne Aussicht hat. Die Burg wie sie heute zu sehen ist wurde von den Kreuzrittern gegen Ende des 12. Jahrhunderts fertig gestellt.
Nach der Burg wo uns in der Mittagshitze der Schweiß nur so davon gelaufen ist, fuhren wir weiter nach Slunfeh. Von dem Bergrücken oberhalb von Slunfeh genossen wir die atemberaubende Aussicht auf das Orontes Tal, wozu die Bekaa Ebene im Libanon die Fortsetzung des „fruchtbaren Halbmondes“ (wie der ebene fruchtbare Landstrich genannt wird der sich bis nach Israel/Palästina erstreckt) darstellt. Krass, krass, krass kann man da nur sagen…
Sobald man vom Libanon die Grenze zu Syrien überschreitet, ist man wirklich in einem anderen Land. Durch das ganze Jahr hinweg haben wir immer mehr festgestellt, wie unterschiedlich die arabischen Länder sind und dass man da keinesfalls von DEM Mittleren Ostern oder von DEN Arabischen Ländern reden kann. Der Libanon ist sehr eigen unter „den“ arabischen Ländern, was sich aber nicht erst dieses Jahrhundert so entwickelt hat, sondern tief in der Geschichte verwurzelt ist. Syrien ist um sehr viel mehr orientalische rund ursprünglicher als der Libanon und scheint sich auch seiner eigenen -und wie es scheint:- einen Identität bewusst zu sein. Im Libanon hat man mehr den Eindruck, dass viel an „Westen“ einfach gewollt aufgesetzt ist, es viel zu viele Gruppen und Spaltungen gibt, die je ihre eigenen Identität hoch halten und aber dennoch je ganz bewusst „Libanesen“ sind und sein wollen.
So, dann entlasse ich euch mal wieder aus der Gedankenreise in den Nahen Osten und grüße euch ganz dolle aus Lattakia!
„Maa salame“
Uli
Viele Grüsse aus Istanbul!
Da ın Syrıen so mache Seıten gebloggt sınd, konnte ıch leıder nıchts auf den Blog stellen, sondern habe mıch per maıl beı eınıgen gemeldet. Ich werde versuchen dıese maıls hıer noch nachzutragen... Jetzt erst mal eın bısschen von Istanbul!
Nun touren wır schon den fuenften Tag durch dıe Tuerkeı, genauer gesagt fuehrte unsere Reıse nach Antıochıen und dann nach Istanbul, wo ıch mıch nun bıs Mıttwoch befınden werde. Hıer ıst natuerlıch vııııel zu sehen und zu bestaunen, aber alleın dıe Stadt selbst ıst dıe Reıse wert. Das scheınt nıcht nur uns zu Ohren gekommen seın, sondern noch mehr Tourısten aus allen Herrenlaendern, dıe es wıe wır jetzt auch 'am eıgenen Leıb erfahren'.
Istanbul ıst wırklıch eıne wunderschoene Stadt mıt vıel Pflanzen, Wasser und schoenen alten Gebaeuden und und und. Es ıst wırklıch 'urıch' und 'hooomelıch' und das obwohl es eıne rıesıge Stadt ıst.
Dıe Ankunft ın der Tuerkeı erschıen uns schon wıe dıe Ankunft ın Europa: Geordnete Besıedelung, ordentlıch bebaute Flaechen, vıel wenıger Muell ueberall, gemaessıgtes Klıma (so dass es mır ım Schatten schon kalt wırd und ıch abends geradezu eınen rıchtıgen Pullı brauchen koennte um ım Freıen zu sıtzen...)usw. und zu guter letzt eıne gut ausgebaute und genutzte Tourısmusbranche mıt entsprechenden Preısen. Alles sehr fremd fuer eınen der aus dem Lıbanon und besonder Syrıen kommt, wo doch so manches anders ıst...
So vıel erst mal wıeder, damıt ıch morgen auch wıeder fıt bın um all dıe huebschen Sachen hıer zu bestaunen...
Lıebe Gruesse aus dem Treffpunkt von Orient und Okzident,
Ulı
Nun touren wır schon den fuenften Tag durch dıe Tuerkeı, genauer gesagt fuehrte unsere Reıse nach Antıochıen und dann nach Istanbul, wo ıch mıch nun bıs Mıttwoch befınden werde. Hıer ıst natuerlıch vııııel zu sehen und zu bestaunen, aber alleın dıe Stadt selbst ıst dıe Reıse wert. Das scheınt nıcht nur uns zu Ohren gekommen seın, sondern noch mehr Tourısten aus allen Herrenlaendern, dıe es wıe wır jetzt auch 'am eıgenen Leıb erfahren'.
Istanbul ıst wırklıch eıne wunderschoene Stadt mıt vıel Pflanzen, Wasser und schoenen alten Gebaeuden und und und. Es ıst wırklıch 'urıch' und 'hooomelıch' und das obwohl es eıne rıesıge Stadt ıst.
Dıe Ankunft ın der Tuerkeı erschıen uns schon wıe dıe Ankunft ın Europa: Geordnete Besıedelung, ordentlıch bebaute Flaechen, vıel wenıger Muell ueberall, gemaessıgtes Klıma (so dass es mır ım Schatten schon kalt wırd und ıch abends geradezu eınen rıchtıgen Pullı brauchen koennte um ım Freıen zu sıtzen...)usw. und zu guter letzt eıne gut ausgebaute und genutzte Tourısmusbranche mıt entsprechenden Preısen. Alles sehr fremd fuer eınen der aus dem Lıbanon und besonder Syrıen kommt, wo doch so manches anders ıst...
So vıel erst mal wıeder, damıt ıch morgen auch wıeder fıt bın um all dıe huebschen Sachen hıer zu bestaunen...
Lıebe Gruesse aus dem Treffpunkt von Orient und Okzident,
Ulı
Donnerstag, 19. Juni 2008
Time to say Good-Bye...
-ist derzeit an der NEST angesagt.
Aber erst mal: Hallo oder besser Marhaba allerseits!
Time to say Good-Bye...Jeden Tag wird es leerer hier und mein Zimmer steht auch schon auf dem Kopf während eine wuhlende Uli versucht alles so klug wie möglich auszusortieren, zusammenzupacken und in den Rucksack zu stopfen. Wie kann’s denn aber anders sein- sonst wäre es wohl nicht die Uli- muss sie aber noch heute eine Arbeit vollends fertig schreiben. Alles halb so schlimm wie es jetzt kling. Das scheint das ulische Aufbruchritual zu sein ;-) Die ‚praktischen’ Aspekte des Abschieds sind dennoch um viiiiieles leichter als die ‚emotionalen und seelischen’ und Co. Nach einem sehr bewegendem, intensivem und prägendem Jahr in einer Lebens- und Studiergemeinschaft an der NEST hier im Libanon, der einem auch andere Erlebnisse bescherte und auch seinen speziellen Eindruck und Erfahrungen hinterlässt, heißt es jetzt nicht nur die angesammelten, alten und neuen Dinge im Zimmer auszusortieren und zusammenzuschnüren, sondern auch die in sich selber.
Es ist kaum zu glauben wie schnell die Zeit dahin geflogen ist und meine 2 Semester an der NEST schon vorbei sind. Besonders das zweite Semester erschien mir relativ kurz durch den spontanen Blitzbesuch in Deutschland, meine Tätigkeit als Reiseführerin und vielleicht durch das zweimalige Feiern von Ostern (erst mit dem Westen und dann 4 Wochen später mit den Orthodoxen).
Ich bin auf jeden Fall von Herzen dankbar, dass es mir möglich war hier her zu kommen, mich studientechnisch auf den Islam und die Kirchen im Mittleren Osten zu konzentrieren und hier in dieser Lebensgemeinschaft leben zu können, wo ich mich schon nach kurzer Zeit sehr wohlgefühlt habe und Freundschaften entstehen konnten. Gott ist gut, auch „wenn“ oder wenn nicht sogar: „weil“ er einen manchmal nicht auf den bequemsten Wegen einfach dahingehen lässt, sondern er einen auch sicher über beschwerlichere Wege führt, aber eben den Plan und die Bestimmung für einen jeden weiß. Ich erinnere mich noch wie beschwerlich das erste Semester zum Beispiel für mich studientechnisch war, was zu einem absoluten Schlafmangel und Erkältungsrumschlepperei geführt hat, mich aber auch gelehrt, abgehärtet und wachsen gelassen hat, auch wenn es zunächst nicht so schien.
Morgen früh um 8 Uhr brechen wir (Hanna, Najeeb (NESTi) und ich) hier gen Norden auf, was für Hanna und mich der Beginn unserer einmonatigen Rückreise ist, auf der wir hier und da noch Gefährten dazu bekommen oder/und auch verlieren werden. Die derzeitige Reiseplanung sieht folgendermaßen aus: Kessab (Küste in Syrien) - Lattakia (Küste in Syrien) –Aleppo (Syrien, an der Grenze zur Türkei, wo wir in den OrientExpress einsteigen werden) – Istanbul – Belgrad – Budapest – Nürnberg –inshallah (so Gott will)
Am 20.7. sollte ich dann an sich wieder in Deutschland, Hohenloher Ebene anzutreffen sein. Inshallah
Während meiner Reise hoffe ich, dass ich euch ab und an hier mal was in den Blog stellen kann… Mitassifi (Tut mir leid), dass ich hier so lange Funkstille walten ließ…
Liebe Grüße -ein letztes mal aus Beirut- und bis bald! –inshallah-
Uli
Aber erst mal: Hallo oder besser Marhaba allerseits!
Time to say Good-Bye...Jeden Tag wird es leerer hier und mein Zimmer steht auch schon auf dem Kopf während eine wuhlende Uli versucht alles so klug wie möglich auszusortieren, zusammenzupacken und in den Rucksack zu stopfen. Wie kann’s denn aber anders sein- sonst wäre es wohl nicht die Uli- muss sie aber noch heute eine Arbeit vollends fertig schreiben. Alles halb so schlimm wie es jetzt kling. Das scheint das ulische Aufbruchritual zu sein ;-) Die ‚praktischen’ Aspekte des Abschieds sind dennoch um viiiiieles leichter als die ‚emotionalen und seelischen’ und Co. Nach einem sehr bewegendem, intensivem und prägendem Jahr in einer Lebens- und Studiergemeinschaft an der NEST hier im Libanon, der einem auch andere Erlebnisse bescherte und auch seinen speziellen Eindruck und Erfahrungen hinterlässt, heißt es jetzt nicht nur die angesammelten, alten und neuen Dinge im Zimmer auszusortieren und zusammenzuschnüren, sondern auch die in sich selber.
Es ist kaum zu glauben wie schnell die Zeit dahin geflogen ist und meine 2 Semester an der NEST schon vorbei sind. Besonders das zweite Semester erschien mir relativ kurz durch den spontanen Blitzbesuch in Deutschland, meine Tätigkeit als Reiseführerin und vielleicht durch das zweimalige Feiern von Ostern (erst mit dem Westen und dann 4 Wochen später mit den Orthodoxen).
Ich bin auf jeden Fall von Herzen dankbar, dass es mir möglich war hier her zu kommen, mich studientechnisch auf den Islam und die Kirchen im Mittleren Osten zu konzentrieren und hier in dieser Lebensgemeinschaft leben zu können, wo ich mich schon nach kurzer Zeit sehr wohlgefühlt habe und Freundschaften entstehen konnten. Gott ist gut, auch „wenn“ oder wenn nicht sogar: „weil“ er einen manchmal nicht auf den bequemsten Wegen einfach dahingehen lässt, sondern er einen auch sicher über beschwerlichere Wege führt, aber eben den Plan und die Bestimmung für einen jeden weiß. Ich erinnere mich noch wie beschwerlich das erste Semester zum Beispiel für mich studientechnisch war, was zu einem absoluten Schlafmangel und Erkältungsrumschlepperei geführt hat, mich aber auch gelehrt, abgehärtet und wachsen gelassen hat, auch wenn es zunächst nicht so schien.
Morgen früh um 8 Uhr brechen wir (Hanna, Najeeb (NESTi) und ich) hier gen Norden auf, was für Hanna und mich der Beginn unserer einmonatigen Rückreise ist, auf der wir hier und da noch Gefährten dazu bekommen oder/und auch verlieren werden. Die derzeitige Reiseplanung sieht folgendermaßen aus: Kessab (Küste in Syrien) - Lattakia (Küste in Syrien) –Aleppo (Syrien, an der Grenze zur Türkei, wo wir in den OrientExpress einsteigen werden) – Istanbul – Belgrad – Budapest – Nürnberg –inshallah (so Gott will)
Am 20.7. sollte ich dann an sich wieder in Deutschland, Hohenloher Ebene anzutreffen sein. Inshallah
Während meiner Reise hoffe ich, dass ich euch ab und an hier mal was in den Blog stellen kann… Mitassifi (Tut mir leid), dass ich hier so lange Funkstille walten ließ…
Liebe Grüße -ein letztes mal aus Beirut- und bis bald! –inshallah-
Uli
Montag, 12. Mai 2008
Lebenszeichen
Marhaba!
Fuer all die, die ein bisschen die Nachrichten aus dem Libanon in den letzten paar Tagen mitbekommen haben und dabei vielleicht an mich gedacht haben: Uns an der NEST geht es nach wie vor gut. Donnerstag und Freitag waren schon "sehr heiss" und allgemein ist die Lage ist einfach beunruhigend.Ich frage mich mehr und mehr wie realistisch es wohl tatsaechlich ist, dass oder wann hier wirklich wieder echter Friede einziehen koennte oder ob es da nicht erst richtig "gewittern" muss.
Frieden ist bei weitem wie es scheint keine Selbstverstaenlichkeit und auch gar nicht so leicht zu erlangen, wie man sich das vielleicht manchmal ausmalt. Die Lage und die "Lager" scheinen mir hier recht verfahren und selbst wenn nicht in naechster Naehe ein grosser Knall kommt oder sich sonst "irgendwie" sich grundlegend etwas aendert, sieht es nicht gerade rosig aus und kann von echtem Frieden noch lange keine Rede sein, sondern nur getraeumt werden.
Donnerstagmittag war es echt erstaunlich wie alle Leute in die Lebensmittelgeschaefte gerannt sind und einen Rieseneinkauf gestartet haben, so wie wenn sie gespuert haetten, dass da was kommt und man nicht weiss, wann man das naechste mal an Lebensmittel so leicht rankommt. Man merkt noch, dass die Leute hier doch noch recht buergerkriegserahren zu sein scheinen. Auch die oppositionelle Syrian Social Nationalist Party (SSNP)-Vertreter, die gleichen Leute die im Buergerkrieg hier das Zepter hochhielten, scheinen einfach hinter geschlossendem Vorhang dageblieben zu sein und halten jetzt auch wieder das Zepter in Hamra (der Stadtteil in dem sich die NEST befindet) in der Hand.
Nun moechte ich mich fuer heute mit dem Bibelvers aus dem 2. Timotheus 1,7verabschieden:
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Liebe Gruesse,
Uli
P.S.
Das neueste Souvenier aus Beirut bzw. dem Libanon scheint derzeit eine auf der Strasse gefundene leere Patronenhuelse zu sein...
Fuer all die, die ein bisschen die Nachrichten aus dem Libanon in den letzten paar Tagen mitbekommen haben und dabei vielleicht an mich gedacht haben: Uns an der NEST geht es nach wie vor gut. Donnerstag und Freitag waren schon "sehr heiss" und allgemein ist die Lage ist einfach beunruhigend.Ich frage mich mehr und mehr wie realistisch es wohl tatsaechlich ist, dass oder wann hier wirklich wieder echter Friede einziehen koennte oder ob es da nicht erst richtig "gewittern" muss.
Frieden ist bei weitem wie es scheint keine Selbstverstaenlichkeit und auch gar nicht so leicht zu erlangen, wie man sich das vielleicht manchmal ausmalt. Die Lage und die "Lager" scheinen mir hier recht verfahren und selbst wenn nicht in naechster Naehe ein grosser Knall kommt oder sich sonst "irgendwie" sich grundlegend etwas aendert, sieht es nicht gerade rosig aus und kann von echtem Frieden noch lange keine Rede sein, sondern nur getraeumt werden.
Donnerstagmittag war es echt erstaunlich wie alle Leute in die Lebensmittelgeschaefte gerannt sind und einen Rieseneinkauf gestartet haben, so wie wenn sie gespuert haetten, dass da was kommt und man nicht weiss, wann man das naechste mal an Lebensmittel so leicht rankommt. Man merkt noch, dass die Leute hier doch noch recht buergerkriegserahren zu sein scheinen. Auch die oppositionelle Syrian Social Nationalist Party (SSNP)-Vertreter, die gleichen Leute die im Buergerkrieg hier das Zepter hochhielten, scheinen einfach hinter geschlossendem Vorhang dageblieben zu sein und halten jetzt auch wieder das Zepter in Hamra (der Stadtteil in dem sich die NEST befindet) in der Hand.
Nun moechte ich mich fuer heute mit dem Bibelvers aus dem 2. Timotheus 1,7verabschieden:
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Liebe Gruesse,
Uli
P.S.
Das neueste Souvenier aus Beirut bzw. dem Libanon scheint derzeit eine auf der Strasse gefundene leere Patronenhuelse zu sein...
Sonntag, 6. April 2008
Nachlieferung...
einiger Bilder von gestern.
Wie ihr vielleicht feststellen konntet, hab ich die letzten paar Mal keine Bilder reingestellt. Das liegt seit geraumer Zeit nicht nur an unserem lahmen Internet, sondern... schluchz....heul... auch daran, dass mir meine Kamera "abhanden" gekommen ist.
Also hier jetzt ein paar Bilder von gestern, die mir Saleem freundlicherweise gegeben hat :-)

ein Gruppenbilder von einem Teil der Gruppe

Afqa-Quelle des Nar Ibrahim


Saleem (Palästinenser), ich (Hohenloherin) & Elias (Syrer)
So nach zweieinhalb Stunden Bilder uploaden, mach ich jetzt doch mal einen Punkt.
Liebe Grüße aus Beirut,
Uli
Wie ihr vielleicht feststellen konntet, hab ich die letzten paar Mal keine Bilder reingestellt. Das liegt seit geraumer Zeit nicht nur an unserem lahmen Internet, sondern... schluchz....heul... auch daran, dass mir meine Kamera "abhanden" gekommen ist.
Also hier jetzt ein paar Bilder von gestern, die mir Saleem freundlicherweise gegeben hat :-)
ein Gruppenbilder von einem Teil der Gruppe
Afqa-Quelle des Nar Ibrahim
Saleem (Palästinenser), ich (Hohenloherin) & Elias (Syrer)
So nach zweieinhalb Stunden Bilder uploaden, mach ich jetzt doch mal einen Punkt.
Liebe Grüße aus Beirut,
Uli
Samstag, 5. April 2008
Sabaho!
Kurzform von Sabah l cheir - Guten Morgen!)
Mal wieder ein kurzes Lebenszeichen von der Uli.(wieder)im Libanon.
Die deutsche Invasion an der NEST ueber Ostern hat sich wieder in die verschiedenen Teile Deutschlands verteilt und der Ernst des Studiums ist hier wieder eingezogen. Jetzt kommt sozusagen die heisse Phase, denn schon der letzte Abschnitt des Semesters und fuer manche hier auch der letzte ABschnitt ihres Studiums aht begonnen. Nichts desto trotz haben die NESTler gestern aber erst mal einen wunderschoenen Ausflug im wunderschoenen Libanon gemacht. Da hab ich mal wieder gedacht, dass es ein wahres Wunder ist, dass ein sooo kleines Land eine derartige Vielfalt bietet. Nicht nur einfach Berge und Meer, sondern sogar die verschiedensten Berglandschaften und Felsarten praesentieren sich hier. Wunderschoen! Das muesst ihr sehen und erleben! Ahlan wa sahlan in den Libanon!
Da auch hier Sonntagmorgen ist, mache ich mich jetzt auf Richtung Kirche.
Euch allen einen gesegneten Sonntag in Seiner Gegenwart.
Eure Uli
Mal wieder ein kurzes Lebenszeichen von der Uli.(wieder)im Libanon.
Die deutsche Invasion an der NEST ueber Ostern hat sich wieder in die verschiedenen Teile Deutschlands verteilt und der Ernst des Studiums ist hier wieder eingezogen. Jetzt kommt sozusagen die heisse Phase, denn schon der letzte Abschnitt des Semesters und fuer manche hier auch der letzte ABschnitt ihres Studiums aht begonnen. Nichts desto trotz haben die NESTler gestern aber erst mal einen wunderschoenen Ausflug im wunderschoenen Libanon gemacht. Da hab ich mal wieder gedacht, dass es ein wahres Wunder ist, dass ein sooo kleines Land eine derartige Vielfalt bietet. Nicht nur einfach Berge und Meer, sondern sogar die verschiedensten Berglandschaften und Felsarten praesentieren sich hier. Wunderschoen! Das muesst ihr sehen und erleben! Ahlan wa sahlan in den Libanon!
Da auch hier Sonntagmorgen ist, mache ich mich jetzt auf Richtung Kirche.
Euch allen einen gesegneten Sonntag in Seiner Gegenwart.
Eure Uli
Donnerstag, 27. März 2008
Viele Gruesse aus Syrien!
-genauer gesagt aus Damaskus! Ja genau, in Damaskus, da wo Jesus Paulus erschienen ist, Paulus daraufhin Christ geworden ist und anstatt Christen zu verfolgen "Heidenprediger" wurde. Dazu ist Damaskus auch um so viel "arabischer" und "orientalischer" als Beirut, aber auch staubiger, dreckiger und abgaasreicher, was meinen Eltern am Anfang nicht so gefallen hat, aber auch sie wurden von dieser Stadt verzaubert und wuerden jetzt am liebsten noch ein paar Tage hier bleiben. Morgen werden wir allerdings auch hier unsere Zelte wieder abbrechen um sie in Palmyra (mitten in der syrischen Wueste) fuer eine Nacht aufzuschlagen. Danach geht es weiter zum Krak des Chavalliers und Homs, wo wir eine Nacht verbringen werden.
Das Ziel der Reise meiner Familie hat sich an sich schon erfuellt, denn heute hat mein Vater gemeint, dass sich das Vorurteil, dass der Libanon und Syrien so gefaehrlich seien, nicht bestaetigt hat. Sehr schoen :-)
Also, fuer heute verabschiede ich mich aber dann auch mal wieder... Ihr koennt ja noch n bisschen im Internet uebr Syrien und Damaskus und Co nachlesen ;-)
Liebe Gruesse,
die Uli.inSyrien
Das Ziel der Reise meiner Familie hat sich an sich schon erfuellt, denn heute hat mein Vater gemeint, dass sich das Vorurteil, dass der Libanon und Syrien so gefaehrlich seien, nicht bestaetigt hat. Sehr schoen :-)
Also, fuer heute verabschiede ich mich aber dann auch mal wieder... Ihr koennt ja noch n bisschen im Internet uebr Syrien und Damaskus und Co nachlesen ;-)
Liebe Gruesse,
die Uli.inSyrien
Sonntag, 23. März 2008
Min Almania....
(geschrieben am 22.3.08)
... kam gestern auch der Rest meiner Familie in den Libanon um mich hier zu besuchen. Wie eigentlich alle Gaeste begruesst sie der Libanon mit wunderschoenem und warmem Wetter. Sie koennen es gar nicht glauben, in Hassfelden im Schneesturm gestartet zu sein und jetzt im T-Shirt und kurzen Hosen am Mittelmeer zu sein und zu schwitzen.
Heute ging es in die Jeitta Grotto (RIESIGE Tropfsteinhoehle) und nach Harissa zu der Marienstatue, eine Gebets- und Andachtsstaette der Maroniten, wovon man einen wunderschoenen Ausblick hat. Dort besuchten wir auch in einer Griechisch Orthodoxen Kirche (eine der schoensten Kirche die ich in meinem Leben gesehen hab) den den Anfang eines Gottesdienstes und trafen auch einen der zwei deutschen Professoren, die dort in der Priesterausbildungsstaette lehren.
Auf der Rueckfahrt hatten wir auch eine ganz interessante Buserfahrung. Da stritten zwei Busfahrer um Fahrgaeste und dabei ging dann halt die Scheibe drauf die in tausend Teile zersplittert ist und in den Bus flogen waehrend der Fahrt. Darauf folgte natuerlich eine wilde Diskussion ueber Handy der Busfahrer, aber als sie auf Augenhohe waren wurde diese praktisch auch mit Einsatz des Busses fortgesetzt.. Sehr gut. Da erleben meine Eltern und mein Bruder auch den Libanon. Gestern als wir vom Flughafen zurueckfuhren blieb auch immer das Auto stehen. Wahrscheinlich wegen Dreck im Benzin und dann hat die Spritpumpe aufgegeben, aber durch ein Klopfen mit dem Radschluessel auf irgendwas beim rechten hinteren Rad ging es dann nach ner Weile auch wieder.
(geschrieben am 23.3.08)
So, aufgrund „technischer Probleme“ kommt jetzt heute das Lebenszeichen von gestern, aber auch fuer heute eine kurze Skizze unseres Tages.
Nach einem fruehen Ostermorgen-Gottesdienst mit anschliessendem Fruehstueck in der Deutschsprachigen Gemeinde in Beirut haben wir uns mit dem Bus Richtung Baalbek aufgemacht. Auf der Fahrt haben wir aber einen seeeeeehr netten Maroniten kennengelernt, der uns zu seiner Familie auf einen Ahwe (arabischen Kaffee) und spezielles Ostergebaeck eingeladen hat. Zuerst hatte meine Mutter Bedenken und hat sich wohl gedacht, ob ihre Tochter verrueckt ist, weil sie die Einladung eines Fremden mit ihrer Familie angenommen hat, aber dann.... war auch meine Familie sooo gluecklich, sowie auch die Familie die wir besuchten. Danach haben wir aber auch selbst verstaendlich noch die vielen „alten Steine“ Baalbeks inspiziert und waren schwer beeindruckt.
So, jetzt warten die anderen aber auch schon auf mich, damit Energie in Form von leckerem libanesischem Essen aufnehmen koennen nach einem sehr „sonnen-energischem“ Tag.
Liebe Gruesse aus dem sommerlich warmem Libanon,
Uli
... kam gestern auch der Rest meiner Familie in den Libanon um mich hier zu besuchen. Wie eigentlich alle Gaeste begruesst sie der Libanon mit wunderschoenem und warmem Wetter. Sie koennen es gar nicht glauben, in Hassfelden im Schneesturm gestartet zu sein und jetzt im T-Shirt und kurzen Hosen am Mittelmeer zu sein und zu schwitzen.
Heute ging es in die Jeitta Grotto (RIESIGE Tropfsteinhoehle) und nach Harissa zu der Marienstatue, eine Gebets- und Andachtsstaette der Maroniten, wovon man einen wunderschoenen Ausblick hat. Dort besuchten wir auch in einer Griechisch Orthodoxen Kirche (eine der schoensten Kirche die ich in meinem Leben gesehen hab) den den Anfang eines Gottesdienstes und trafen auch einen der zwei deutschen Professoren, die dort in der Priesterausbildungsstaette lehren.
Auf der Rueckfahrt hatten wir auch eine ganz interessante Buserfahrung. Da stritten zwei Busfahrer um Fahrgaeste und dabei ging dann halt die Scheibe drauf die in tausend Teile zersplittert ist und in den Bus flogen waehrend der Fahrt. Darauf folgte natuerlich eine wilde Diskussion ueber Handy der Busfahrer, aber als sie auf Augenhohe waren wurde diese praktisch auch mit Einsatz des Busses fortgesetzt.. Sehr gut. Da erleben meine Eltern und mein Bruder auch den Libanon. Gestern als wir vom Flughafen zurueckfuhren blieb auch immer das Auto stehen. Wahrscheinlich wegen Dreck im Benzin und dann hat die Spritpumpe aufgegeben, aber durch ein Klopfen mit dem Radschluessel auf irgendwas beim rechten hinteren Rad ging es dann nach ner Weile auch wieder.
(geschrieben am 23.3.08)
So, aufgrund „technischer Probleme“ kommt jetzt heute das Lebenszeichen von gestern, aber auch fuer heute eine kurze Skizze unseres Tages.
Nach einem fruehen Ostermorgen-Gottesdienst mit anschliessendem Fruehstueck in der Deutschsprachigen Gemeinde in Beirut haben wir uns mit dem Bus Richtung Baalbek aufgemacht. Auf der Fahrt haben wir aber einen seeeeeehr netten Maroniten kennengelernt, der uns zu seiner Familie auf einen Ahwe (arabischen Kaffee) und spezielles Ostergebaeck eingeladen hat. Zuerst hatte meine Mutter Bedenken und hat sich wohl gedacht, ob ihre Tochter verrueckt ist, weil sie die Einladung eines Fremden mit ihrer Familie angenommen hat, aber dann.... war auch meine Familie sooo gluecklich, sowie auch die Familie die wir besuchten. Danach haben wir aber auch selbst verstaendlich noch die vielen „alten Steine“ Baalbeks inspiziert und waren schwer beeindruckt.
So, jetzt warten die anderen aber auch schon auf mich, damit Energie in Form von leckerem libanesischem Essen aufnehmen koennen nach einem sehr „sonnen-energischem“ Tag.
Liebe Gruesse aus dem sommerlich warmem Libanon,
Uli
Donnerstag, 31. Januar 2008
Puuuh....
Das erste Semester an der NEST ist zu Ende; alle Papers und Examen geschrieben, alles unter Dach und Fach. Leider können dieses Stadium noch nicht alle hier an der NEST genießen, sondern büffeln jetzt noch fleißig in der Bücherei oder auf ihren Zimmern. Haram!(Ausdruck wenn einem etwas leid tut oder wenn etwas sündig oder nicht gut ist. Hat allerdings recht viele Bedeutungen.)
Ich bin immer wieder verblüfft, wie sehr mir hier die Leute schon ans Herz gewachsen sind und die NEST ein wirkliches Nest für mich ist. Natürlich denke ich aber auch gerne an meine Familie und Freunde in der Heimat und in aller Welt und bin sooo dankbar für sie / für Euch alle! Geographisch gesehen hat sich mein Freundeskreis ab dem heutigen Tag bis nach Chicago ausgeweitet, denn my beloved Emily ist heute morgen um 6 Uhr Richtung Heimat aufgebrochen. Auch hier: Haram! Zum krönenden Abschluss hat uns Emily ins T'amarbuta (ein Cafe/Bar) eingeladen... Da haben wir dann auch in "einen" Geburtstag mehr oder weniger reingefeiert. Bei dem Gedanken an "den" Geburtstag und gleichzeitig an Emilys Abschied war mir eigentlich gar nicht so zum Feiern zumute, aber es hat sich dann doch alles in ein freudiges Ereignis verwandelt-trotz Abschiedsschmerz, aber Dank all der lieben Leute!

So, ich hoffe, es gibt in Kürze hier auch vollends meinen Reisebericht von Jordan und Damaskus... In der Nacht zum Samstag kommt auch mein Bruderherz an um mich für eine Woche hier zu besuchen :-)
Liebe Grüße,
Uli
Ich bin immer wieder verblüfft, wie sehr mir hier die Leute schon ans Herz gewachsen sind und die NEST ein wirkliches Nest für mich ist. Natürlich denke ich aber auch gerne an meine Familie und Freunde in der Heimat und in aller Welt und bin sooo dankbar für sie / für Euch alle! Geographisch gesehen hat sich mein Freundeskreis ab dem heutigen Tag bis nach Chicago ausgeweitet, denn my beloved Emily ist heute morgen um 6 Uhr Richtung Heimat aufgebrochen. Auch hier: Haram! Zum krönenden Abschluss hat uns Emily ins T'amarbuta (ein Cafe/Bar) eingeladen... Da haben wir dann auch in "einen" Geburtstag mehr oder weniger reingefeiert. Bei dem Gedanken an "den" Geburtstag und gleichzeitig an Emilys Abschied war mir eigentlich gar nicht so zum Feiern zumute, aber es hat sich dann doch alles in ein freudiges Ereignis verwandelt-trotz Abschiedsschmerz, aber Dank all der lieben Leute!

So, ich hoffe, es gibt in Kürze hier auch vollends meinen Reisebericht von Jordan und Damaskus... In der Nacht zum Samstag kommt auch mein Bruderherz an um mich für eine Woche hier zu besuchen :-)
Liebe Grüße,
Uli
Samstag, 19. Januar 2008
Blutiger Zwischenbericht...
aber keine Sorge, es ist alles in Ordnung. Heute ist "Aschura"!
Heute haben wir praktische Studien unternommen, was immer sehr eindrücklich und lehrreich ist.
"Aschura" heißt "der 10. Tag" und zwar gedenken die Shiiten unter anderem durch diese blutige Aktion Hussein, aber auch Ali, die beide ermordet worden sind. Hussein ist der zweite Sohn von Ali und war nach einer Spaltung Kaliph und Ali ist der Cousin und auch Schwiegersohn von Muhammad. Beide sind wichtige Figuren für die Shiiten, wobei Ali für die Shiiten der erste und wichtigste Kaliph ist.
An diesem 10. Tag gehen vor allem "männliche Shiiten" in einem Zug durch die Straßen mit einem Schnitt auf dem Kopf auf den sie sich schlagen um zu bluten. Dabei wird laut "Haidar" (ein Name Alis) gerufen und auch andere Dinge.

Auf Tranparenten, die über die Straße gespannt waren, konnte man z.B. lesen: " Allianz für den Meister der Martyrer: Hussein, der Sohn Alis.”
Oder auch ähnliches. Eines war auch in die Richtung: "Wir gedenken Ali und setzen uns der Unterdrückung zur Wehr".
Es wird allgemein den Märtyrern bei diesem "Festival" gedenkt und es ist die ganze Familie auf der Straße auch wenn sich "nur" die männlichen blutig schlagen. Es war für mich recht schockierend zu sehen, dass selbst Kinder dazu angeleitet werden sich blutig zu schlagen. Wie man auch auf diesem Bild sehen kann, schlägt der Väter seinen Sohn blutig (durch den Schnitt, nicht durch die Schläge), sich selbst aber nicht.

Das war übrigens sehr oft der Fall, die Kinder sollten sich blutig schlagen und die Männer haben sie nur dazu angefeuert, haben es bei sich selbst aber nicht gemacht. Man kann auch sagen, dass es insgesagt vor allem junge Männer waren. Viele Leute waren allerdings auch nur so auf diesem "Festival". Auf einem Sportplatz wurde ab 11 Uhr dann die Geschichte Husseins, seinen Nachfolgern und seiner Familie nachgespielt.
Inzwischen sind wir wieder zurück an NEST, allerdings bisher ohne Emilys Kamera :-( - ein Gebetsanliegen, und die Hausarbeiten warten auch schon weiterbearbeitet zu werden…
Bis bald,
Uli
Heute haben wir praktische Studien unternommen, was immer sehr eindrücklich und lehrreich ist.
"Aschura" heißt "der 10. Tag" und zwar gedenken die Shiiten unter anderem durch diese blutige Aktion Hussein, aber auch Ali, die beide ermordet worden sind. Hussein ist der zweite Sohn von Ali und war nach einer Spaltung Kaliph und Ali ist der Cousin und auch Schwiegersohn von Muhammad. Beide sind wichtige Figuren für die Shiiten, wobei Ali für die Shiiten der erste und wichtigste Kaliph ist.
An diesem 10. Tag gehen vor allem "männliche Shiiten" in einem Zug durch die Straßen mit einem Schnitt auf dem Kopf auf den sie sich schlagen um zu bluten. Dabei wird laut "Haidar" (ein Name Alis) gerufen und auch andere Dinge.

Auf Tranparenten, die über die Straße gespannt waren, konnte man z.B. lesen: " Allianz für den Meister der Martyrer: Hussein, der Sohn Alis.”
Oder auch ähnliches. Eines war auch in die Richtung: "Wir gedenken Ali und setzen uns der Unterdrückung zur Wehr".
Es wird allgemein den Märtyrern bei diesem "Festival" gedenkt und es ist die ganze Familie auf der Straße auch wenn sich "nur" die männlichen blutig schlagen. Es war für mich recht schockierend zu sehen, dass selbst Kinder dazu angeleitet werden sich blutig zu schlagen. Wie man auch auf diesem Bild sehen kann, schlägt der Väter seinen Sohn blutig (durch den Schnitt, nicht durch die Schläge), sich selbst aber nicht.

Das war übrigens sehr oft der Fall, die Kinder sollten sich blutig schlagen und die Männer haben sie nur dazu angefeuert, haben es bei sich selbst aber nicht gemacht. Man kann auch sagen, dass es insgesagt vor allem junge Männer waren. Viele Leute waren allerdings auch nur so auf diesem "Festival". Auf einem Sportplatz wurde ab 11 Uhr dann die Geschichte Husseins, seinen Nachfolgern und seiner Familie nachgespielt.
Inzwischen sind wir wieder zurück an NEST, allerdings bisher ohne Emilys Kamera :-( - ein Gebetsanliegen, und die Hausarbeiten warten auch schon weiterbearbeitet zu werden…
Bis bald,
Uli
Samstag, 12. Januar 2008
mehr...
... über unser Rumreisen in Syrien und Jordan!
1. Reiseetappe: "Aleppo&Friends"
Wie im Rundbrief vor Weihnachten schon erwähnt, sind wir (Emily, Lilit, Elias und ich) am Freitag, dem 21. Dezember 2007, nach Aleppo (Syrien) aufgebrochen, wo wir vor allem unsere NEST-Freunde getroffen und besucht, aber natürlich auch Aleppo und ein bisschen Umgebung angeschaut haben. In Aleppo kamen wir in einer Gästewohnung der Church of Christ unter, da wir den Pfarrer der Gemeinde bzw. des Gemeindezentrums an der NEST kennengelernt haben. Auf der ganzen Reise waren wir von der arabischen Hilfsbereitschaft und außerordentlichen Gastfreundschaft überwältigt, beschützt und getragen! Die ersten Erfahrungen dessen machten wir in Aleppo...
Hier ein paar Bilder unserer 1. Reiseetappe: "Aleppo & Friends":
auf den Dächer Aleppos...

- sieht man viele Satellitenschüsseln!
Im Souq

Uli als Simon der Säulenasket aus dem 5. Jhd. - oder eher Münchhausen?!

Nicht weit von Aleppo entfernt befindet sich die ehemalige Klosteranlage. Das Kloster wurde aufgrund von Simon, dem Säulenasket, dort gegründet. Ich fand es sehr interessant, dass auch viele Muslime diesen urchristlichen, aber natürlich auch historischen Ort besuchen. Im Sommer sei es auch ein beliebter Picknickort.
"in the middle of nowhere..." ein Weg?!

Mit unseren Armenischen Freunden haben wir die Armenisch-Orthodoxe 40 Martyrer-Gedenkkirche in Aleppo besucht.

Vor allem aufgrund des Genozid 1915 durch die Türken leben viele Armenier in der ganzenWelt verteilt. Auch nach Aleppo hat es sie verschlagen, wie in viele andere Städte im Mittleren Osten. So traurig und tragisch der Grund ist, hat es für uns auch einen praktischen Punkt, denn immer wenn wir nach dem Weg suchten, haben wir einfach Ausschau nach armenischen Ladenschildern gehalten, wo Lilit (Armenierin aus Armenien) dann nachfragen konnte.
Ahlan wa sahlan!: Am ersten 1. Weihnachtsfeiertag waren wir bei Elias' Family eingeladen :-)

Von links nach rechts:
Elias' Bruder Hani, Emily, Uli, Elias' Schwester Ranim, Mama Jabbour, Papa Jabbour und Elias.
Nächstes Mal geht’s dann weiter nach Jordanien…
Liebe Grüße,
Uli
1. Reiseetappe: "Aleppo&Friends"
Wie im Rundbrief vor Weihnachten schon erwähnt, sind wir (Emily, Lilit, Elias und ich) am Freitag, dem 21. Dezember 2007, nach Aleppo (Syrien) aufgebrochen, wo wir vor allem unsere NEST-Freunde getroffen und besucht, aber natürlich auch Aleppo und ein bisschen Umgebung angeschaut haben. In Aleppo kamen wir in einer Gästewohnung der Church of Christ unter, da wir den Pfarrer der Gemeinde bzw. des Gemeindezentrums an der NEST kennengelernt haben. Auf der ganzen Reise waren wir von der arabischen Hilfsbereitschaft und außerordentlichen Gastfreundschaft überwältigt, beschützt und getragen! Die ersten Erfahrungen dessen machten wir in Aleppo...
Hier ein paar Bilder unserer 1. Reiseetappe: "Aleppo & Friends":
auf den Dächer Aleppos...

- sieht man viele Satellitenschüsseln!
Im Souq
Uli als Simon der Säulenasket aus dem 5. Jhd. - oder eher Münchhausen?!

Nicht weit von Aleppo entfernt befindet sich die ehemalige Klosteranlage. Das Kloster wurde aufgrund von Simon, dem Säulenasket, dort gegründet. Ich fand es sehr interessant, dass auch viele Muslime diesen urchristlichen, aber natürlich auch historischen Ort besuchen. Im Sommer sei es auch ein beliebter Picknickort.
"in the middle of nowhere..." ein Weg?!

Mit unseren Armenischen Freunden haben wir die Armenisch-Orthodoxe 40 Martyrer-Gedenkkirche in Aleppo besucht.

Vor allem aufgrund des Genozid 1915 durch die Türken leben viele Armenier in der ganzenWelt verteilt. Auch nach Aleppo hat es sie verschlagen, wie in viele andere Städte im Mittleren Osten. So traurig und tragisch der Grund ist, hat es für uns auch einen praktischen Punkt, denn immer wenn wir nach dem Weg suchten, haben wir einfach Ausschau nach armenischen Ladenschildern gehalten, wo Lilit (Armenierin aus Armenien) dann nachfragen konnte.
Ahlan wa sahlan!: Am ersten 1. Weihnachtsfeiertag waren wir bei Elias' Family eingeladen :-)
Von links nach rechts:
Elias' Bruder Hani, Emily, Uli, Elias' Schwester Ranim, Mama Jabbour, Papa Jabbour und Elias.
Nächstes Mal geht’s dann weiter nach Jordanien…
Liebe Grüße,
Uli
Freitag, 4. Januar 2008
Tag 14: Zurueck in Beirut
Hejho allerseits! (diese von Ulrike Spring eingefuehrte Begruessungsformel "Hejho!" ist an der NEST inzwischen beruehmt beruechtigt und wird oft verwendet) ;-)
Es gibt gute Neuigkeiten: Wir (Emily und ich) sind wohlbehalten von unseren Reisen in Syrien und Jordanien an die NEST zurueckgekehrt!
Nachdem unser Bus von Damaskus den Geist aufgab, fuhren wir, nach ein bisschen hin und her im Regen, die verbleibenden Kilometer mit einem Minibus. Neben mir sass ein Mann aus der Beka-Ebene und ueber die ganze Fahrt versuchten wir uns auf Arabisch-Englisch zu unterhalten. Nach 2 Wochen in Syrien und Jordanien (wo man auf das Arabisch angewiesen ist) und mit Hilfe meines anderen Nebensitzers hat das auch gar nicht mal so schlecht funktioniert.
Ich bin sehr dankbar fuer die zwei Wochen Urlaub. Man kann sagen ich bin wieder in Normalform und ich hoffe sehr, dass ich den Januar einigermassen ok ueberstehe - es wartet ein RIESEN Berg an Aufsaetzen, Hausarbeiten, … der abgearbeitet werden muss.
Die 2 Wochen waren voll von wunderschoenen Landschaften, interessanten und schoene Begegnungen (aber teilweise auch nicht schoene…), vielen zu bewundernde alten Steinen ;-), Stille (besonders in Wadi Rum, frischer Luft (in Beirut rar), Sonnenschein (besonders in Jordanien), Kaelte (besonders in Aleppo!!! brrr….), Abenteuern (fragt besser nicht weiters, was zaehlt ist: Wir sind wieder wohlbehalten hier und es waren tolle 2 Wochen) …
Alles in allem: Syrien und Jordanien "live" erlebt! Ich muss allerdings eingestehen, dass ich eine gegenteilige Erfahrung mache wie anscheinend die meisten anderen Touristen oder allgemein Auslaendern hier bzw. allgemein in Auslandsaufenthalten: Ich traue mir nicht mehr zu die Welt- oder Laendersituationen oder Zusammenhaenge beschreiben/ begruenden zu koennen als davor, sondern sogar eher weniger. Als ich von Zambia zurueckkam lautete meine Zusammenfassung von dem was ich erlebte und lernte: Ich weiss, dass ich nichts weiss. Und bisher kann ich das nur noch einmal bestaetigen. Ich stelle mir das menschliche Denksystem manchmal wie ein aus vielen verschiedenen Schubladen bestehendes System vor. Die eigene kleine Welt (Eltern, Umgebung, Kultur, Religion, Mitmenschen,…) labeln die Schubladen, weshalb es passiert, dass man Eindruecke im Ausland in bestimmte Schubladen sortiert, diese Eindruecke da aber gar nicht so unbedingt richtig am Platz sind. Oder auch beim Suchen von Begruendungen fuer Eindruecke, Begebenheiten, Fakten, Zusammenhaengen, ... im Ausland zieht man nach dem gewohnten Raster Schubladen, was allerdings dabei herauskommt ist mit Vorsicht zu geniessen, da in einem anderen Land, in einer anderen Kultur,- ja man kann sogar sagen- schon schlicht in einer anderen Familie die Schlubladen andere Labels haben und auch die Art sie zusammenspielen zu lassen ist eine andere. Es gibt nicht nur die eine eigene stringente Logik auf dieser Welt und wenn man sich in fremde Logik "hakt" (wie in ein fremdes Computersystem... wisst ihr was ich meine?) muss man vorsichtig sein.
Als wir im Beduinenzelt im Wadi Rum (in der Wueste Jordaniens) mit anderen Touristen sassen, wurde so ziemlich schnell ueber Situationen und Zusammenhaenge in und unter Laendern geredet, so als ob man viel Ahnung haette, bloss weil man verschiedene Stempel im Reisepass hat, sich in der Geschichte auskennt und die Zeitung liest. "Scheinwissen" koennte man es meines Erachtens vielleicht nennen. Also: Immer wenn ihr meine Rundbriefe oder meinen Blog lest, behaltet im Kopf: Hier handelt es sich auch nur um "Scheinwissen" und um subjektive Wahrnehmung. :-)
Ich hoffe, ihr koennt bald mehr ueber unseren "Chrismastrip" lesen und sehen!
Ein friedvolles, gesegnetes neues Jahr!
Eure Uli
Es gibt gute Neuigkeiten: Wir (Emily und ich) sind wohlbehalten von unseren Reisen in Syrien und Jordanien an die NEST zurueckgekehrt!
Nachdem unser Bus von Damaskus den Geist aufgab, fuhren wir, nach ein bisschen hin und her im Regen, die verbleibenden Kilometer mit einem Minibus. Neben mir sass ein Mann aus der Beka-Ebene und ueber die ganze Fahrt versuchten wir uns auf Arabisch-Englisch zu unterhalten. Nach 2 Wochen in Syrien und Jordanien (wo man auf das Arabisch angewiesen ist) und mit Hilfe meines anderen Nebensitzers hat das auch gar nicht mal so schlecht funktioniert.
Ich bin sehr dankbar fuer die zwei Wochen Urlaub. Man kann sagen ich bin wieder in Normalform und ich hoffe sehr, dass ich den Januar einigermassen ok ueberstehe - es wartet ein RIESEN Berg an Aufsaetzen, Hausarbeiten, … der abgearbeitet werden muss.
Die 2 Wochen waren voll von wunderschoenen Landschaften, interessanten und schoene Begegnungen (aber teilweise auch nicht schoene…), vielen zu bewundernde alten Steinen ;-), Stille (besonders in Wadi Rum, frischer Luft (in Beirut rar), Sonnenschein (besonders in Jordanien), Kaelte (besonders in Aleppo!!! brrr….), Abenteuern (fragt besser nicht weiters, was zaehlt ist: Wir sind wieder wohlbehalten hier und es waren tolle 2 Wochen) …
Alles in allem: Syrien und Jordanien "live" erlebt! Ich muss allerdings eingestehen, dass ich eine gegenteilige Erfahrung mache wie anscheinend die meisten anderen Touristen oder allgemein Auslaendern hier bzw. allgemein in Auslandsaufenthalten: Ich traue mir nicht mehr zu die Welt- oder Laendersituationen oder Zusammenhaenge beschreiben/ begruenden zu koennen als davor, sondern sogar eher weniger. Als ich von Zambia zurueckkam lautete meine Zusammenfassung von dem was ich erlebte und lernte: Ich weiss, dass ich nichts weiss. Und bisher kann ich das nur noch einmal bestaetigen. Ich stelle mir das menschliche Denksystem manchmal wie ein aus vielen verschiedenen Schubladen bestehendes System vor. Die eigene kleine Welt (Eltern, Umgebung, Kultur, Religion, Mitmenschen,…) labeln die Schubladen, weshalb es passiert, dass man Eindruecke im Ausland in bestimmte Schubladen sortiert, diese Eindruecke da aber gar nicht so unbedingt richtig am Platz sind. Oder auch beim Suchen von Begruendungen fuer Eindruecke, Begebenheiten, Fakten, Zusammenhaengen, ... im Ausland zieht man nach dem gewohnten Raster Schubladen, was allerdings dabei herauskommt ist mit Vorsicht zu geniessen, da in einem anderen Land, in einer anderen Kultur,- ja man kann sogar sagen- schon schlicht in einer anderen Familie die Schlubladen andere Labels haben und auch die Art sie zusammenspielen zu lassen ist eine andere. Es gibt nicht nur die eine eigene stringente Logik auf dieser Welt und wenn man sich in fremde Logik "hakt" (wie in ein fremdes Computersystem... wisst ihr was ich meine?) muss man vorsichtig sein.
Als wir im Beduinenzelt im Wadi Rum (in der Wueste Jordaniens) mit anderen Touristen sassen, wurde so ziemlich schnell ueber Situationen und Zusammenhaenge in und unter Laendern geredet, so als ob man viel Ahnung haette, bloss weil man verschiedene Stempel im Reisepass hat, sich in der Geschichte auskennt und die Zeitung liest. "Scheinwissen" koennte man es meines Erachtens vielleicht nennen. Also: Immer wenn ihr meine Rundbriefe oder meinen Blog lest, behaltet im Kopf: Hier handelt es sich auch nur um "Scheinwissen" und um subjektive Wahrnehmung. :-)
Ich hoffe, ihr koennt bald mehr ueber unseren "Chrismastrip" lesen und sehen!
Ein friedvolles, gesegnetes neues Jahr!
Eure Uli
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