Marhaba!
Fuer all die, die ein bisschen die Nachrichten aus dem Libanon in den letzten paar Tagen mitbekommen haben und dabei vielleicht an mich gedacht haben: Uns an der NEST geht es nach wie vor gut. Donnerstag und Freitag waren schon "sehr heiss" und allgemein ist die Lage ist einfach beunruhigend.Ich frage mich mehr und mehr wie realistisch es wohl tatsaechlich ist, dass oder wann hier wirklich wieder echter Friede einziehen koennte oder ob es da nicht erst richtig "gewittern" muss.
Frieden ist bei weitem wie es scheint keine Selbstverstaenlichkeit und auch gar nicht so leicht zu erlangen, wie man sich das vielleicht manchmal ausmalt. Die Lage und die "Lager" scheinen mir hier recht verfahren und selbst wenn nicht in naechster Naehe ein grosser Knall kommt oder sich sonst "irgendwie" sich grundlegend etwas aendert, sieht es nicht gerade rosig aus und kann von echtem Frieden noch lange keine Rede sein, sondern nur getraeumt werden.
Donnerstagmittag war es echt erstaunlich wie alle Leute in die Lebensmittelgeschaefte gerannt sind und einen Rieseneinkauf gestartet haben, so wie wenn sie gespuert haetten, dass da was kommt und man nicht weiss, wann man das naechste mal an Lebensmittel so leicht rankommt. Man merkt noch, dass die Leute hier doch noch recht buergerkriegserahren zu sein scheinen. Auch die oppositionelle Syrian Social Nationalist Party (SSNP)-Vertreter, die gleichen Leute die im Buergerkrieg hier das Zepter hochhielten, scheinen einfach hinter geschlossendem Vorhang dageblieben zu sein und halten jetzt auch wieder das Zepter in Hamra (der Stadtteil in dem sich die NEST befindet) in der Hand.
Nun moechte ich mich fuer heute mit dem Bibelvers aus dem 2. Timotheus 1,7verabschieden:
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Liebe Gruesse,
Uli
P.S.
Das neueste Souvenier aus Beirut bzw. dem Libanon scheint derzeit eine auf der Strasse gefundene leere Patronenhuelse zu sein...
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