Hejho allerseits! (diese von Ulrike Spring eingefuehrte Begruessungsformel "Hejho!" ist an der NEST inzwischen beruehmt beruechtigt und wird oft verwendet) ;-)
Es gibt gute Neuigkeiten: Wir (Emily und ich) sind wohlbehalten von unseren Reisen in Syrien und Jordanien an die NEST zurueckgekehrt!
Nachdem unser Bus von Damaskus den Geist aufgab, fuhren wir, nach ein bisschen hin und her im Regen, die verbleibenden Kilometer mit einem Minibus. Neben mir sass ein Mann aus der Beka-Ebene und ueber die ganze Fahrt versuchten wir uns auf Arabisch-Englisch zu unterhalten. Nach 2 Wochen in Syrien und Jordanien (wo man auf das Arabisch angewiesen ist) und mit Hilfe meines anderen Nebensitzers hat das auch gar nicht mal so schlecht funktioniert.
Ich bin sehr dankbar fuer die zwei Wochen Urlaub. Man kann sagen ich bin wieder in Normalform und ich hoffe sehr, dass ich den Januar einigermassen ok ueberstehe - es wartet ein RIESEN Berg an Aufsaetzen, Hausarbeiten, … der abgearbeitet werden muss.
Die 2 Wochen waren voll von wunderschoenen Landschaften, interessanten und schoene Begegnungen (aber teilweise auch nicht schoene…), vielen zu bewundernde alten Steinen ;-), Stille (besonders in Wadi Rum, frischer Luft (in Beirut rar), Sonnenschein (besonders in Jordanien), Kaelte (besonders in Aleppo!!! brrr….), Abenteuern (fragt besser nicht weiters, was zaehlt ist: Wir sind wieder wohlbehalten hier und es waren tolle 2 Wochen) …
Alles in allem: Syrien und Jordanien "live" erlebt! Ich muss allerdings eingestehen, dass ich eine gegenteilige Erfahrung mache wie anscheinend die meisten anderen Touristen oder allgemein Auslaendern hier bzw. allgemein in Auslandsaufenthalten: Ich traue mir nicht mehr zu die Welt- oder Laendersituationen oder Zusammenhaenge beschreiben/ begruenden zu koennen als davor, sondern sogar eher weniger. Als ich von Zambia zurueckkam lautete meine Zusammenfassung von dem was ich erlebte und lernte: Ich weiss, dass ich nichts weiss. Und bisher kann ich das nur noch einmal bestaetigen. Ich stelle mir das menschliche Denksystem manchmal wie ein aus vielen verschiedenen Schubladen bestehendes System vor. Die eigene kleine Welt (Eltern, Umgebung, Kultur, Religion, Mitmenschen,…) labeln die Schubladen, weshalb es passiert, dass man Eindruecke im Ausland in bestimmte Schubladen sortiert, diese Eindruecke da aber gar nicht so unbedingt richtig am Platz sind. Oder auch beim Suchen von Begruendungen fuer Eindruecke, Begebenheiten, Fakten, Zusammenhaengen, ... im Ausland zieht man nach dem gewohnten Raster Schubladen, was allerdings dabei herauskommt ist mit Vorsicht zu geniessen, da in einem anderen Land, in einer anderen Kultur,- ja man kann sogar sagen- schon schlicht in einer anderen Familie die Schlubladen andere Labels haben und auch die Art sie zusammenspielen zu lassen ist eine andere. Es gibt nicht nur die eine eigene stringente Logik auf dieser Welt und wenn man sich in fremde Logik "hakt" (wie in ein fremdes Computersystem... wisst ihr was ich meine?) muss man vorsichtig sein.
Als wir im Beduinenzelt im Wadi Rum (in der Wueste Jordaniens) mit anderen Touristen sassen, wurde so ziemlich schnell ueber Situationen und Zusammenhaenge in und unter Laendern geredet, so als ob man viel Ahnung haette, bloss weil man verschiedene Stempel im Reisepass hat, sich in der Geschichte auskennt und die Zeitung liest. "Scheinwissen" koennte man es meines Erachtens vielleicht nennen. Also: Immer wenn ihr meine Rundbriefe oder meinen Blog lest, behaltet im Kopf: Hier handelt es sich auch nur um "Scheinwissen" und um subjektive Wahrnehmung. :-)
Ich hoffe, ihr koennt bald mehr ueber unseren "Chrismastrip" lesen und sehen!
Ein friedvolles, gesegnetes neues Jahr!
Eure Uli